Bouldern? Wenn ich erzähle, welchen Sport ich mache, bekomme ich meistens erstmal einen Fragenden Blick. Bouldern – klingt irgendwie die Bowling. Dann greife ich gerne auf meine Lieblingsbeschreibung zurück: Bouldern ist Klettern ohne Sicherung in Absprunghöhe. Kurzum: man geht in eine Halle oder an einen Felsen in der Natur und bouldert eine festgelegte Route hoch und springt dann auf eine Matte ab.

Doch so unbekannt ist der Sport schon lange nicht mehr. Immer mehr Boulderhallen entstehen aus alten Fabrik- und Lagergebäuden oder in Kellern – meist in Industriegebieten. In Frankfurt wandern immer mehr Menschen in kleineren Gruppierungen nach dem Arbeitstag in die Boulderhalle anstatt ins Fitnessstudio, um sich an unterschiedlichen Bouldern auszuprobieren.
Vorteil: Man löst kreativ Probleme und trainiert gleichzeitig den ganzen Körper. Im Gegensatz zum Klettern benötigt man auch keinen Sicherungspartner und muss sich nicht seiner Höhenangst aussetzen. Außerdem braucht man bis auf spezielle Schuhe keine weitere Ausrüstung. Und es ist ein Sport, indem Kraft- oder Größenunterschiede keine Rolle spielen – da jeder einen individuellen Weg gehen kann, um zum Ziel zu kommen. Schnell trainiert und lernt man seinen ganzen Körper kennen (und wo überall ein Muskelkater entstehen kann).
 

Woher stammt der Sport?

Bouldern war mal das Kraft- und Techniktraining fürs Klettern. So können schwierige Bewegungen in Absprunghöhe öfters wiederholt werden, bevor diese in der Höhe ausprobiert werden. Auch sind die Bewegungen auf Maximalkraft ausgelegt und weniger auf Ausdauerkraft.
 

Bouldern als Lifestyle

Wie jede Trendsportart ist auch Bouldern mit einem gewissen Lifestyle verbunden. Obwohl Bouldern ein individueller Sport ist – jeder steht alleine vor der Herausforderung das Problem zu lösen – den Boulder zu knacken – findet man in der Halle oder draußen Boulderer selten allein. In kleineren oder größeren Gruppen werden Probleme diskutiert, sich gegenseitig motiviert über die eigenen Grenzen hinauszugehen oder einfach pausiert. Das stereotype Bild von Boulderern, ist eine Gruppe von Leuten, die in ihrem VW-Bus zu den besten Felsen in der Natur fahren, dort campen und nach einem intensiven Tag gemeinsam kochen. Es geht um die eigenen Limits, diese zu überwinden und um das Erlebnis frei in der Natur zu sein. Die andere Seite des Sports sind Wettkämpfe und Turniere, in Hallen, auf speziell dafür geschraubten Routen mit dem Ziel, so viele Routen wie möglich zu schaffen. In Hallen oder an Felsen trifft auch auf Körperdarstellung, wohl entstanden aus einem größeren Bewusstsein für den eigenen Körper und die Möglichkeiten, die dieser nun bietet (im Sommer muss in der Halle und draußen an schweren Routen auch ruhig mal das Shirt fehlen; auf Fotos dürfen leichte Routen für unbedarfte Betrachter extrem anstrengend aussehen 😉 ). Der Trendsport Bouldern wird in Hallen ausgeübt, die oftmals nicht wenig Eintritt kosten und viele deshalb viele von diesem Sport im ersten Moment leider ausschließt.
 

Wo gibt’s das in Frankfurt?

In Frankfurt kann man entweder in die Boulderwelt oder aber ins Dynochrom gehen, wenn man sich an den Wänden ausprobieren will. Beide Hallen sind vom Stil und der Atmosphäre sehr unterschiedlich und bieten auch Kurse für Einsteiger und Kinder an. Für die ersten Boulderrouten ist die Boulderwelt angenehmer, da sie unterschiedliche Schwierigkeitsstufen speziell für Einsteiger anbietet.
 
 
 

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Katja Jussupow